Freitag 27. November 2009
Zitate
Textsplitter, gefunden und ausgedacht
Eliten unter sich
Bevor also Politiker endgültig vor der globalen Wirtschaft und deren Interessen kapitulieren, sollten sie lieber versuchen, sich mit der Techno-Elite der Open-Source-Bewegung zu verbünden und freie Software zu fördern, denn der demokratische Geist dieser Bewegung, die Mentalität und Kultur dieser Avantgarde des Informationszeitalters könnte helfen, die humanistischen Werte der westlichen Gesellschaften auch unter den Bedingungen einer globalisierten Wirtschaft zu bewahren und weiter zu entfalten.
13.8.99, Christian Nürnberger, Freie Software für alle. Bessere Produkte für ein besseres Leben: Wie das Betriebssystem Linux die Welt verändern könnte ( Süddeutsche Zeitung, 13.08.99) nach: http://www.wizards-of-os.org/index....
Geschichte 1
Phipps teilt die Geschichte der Open-Source-Bewegung in drei Abschnitte ein.
Die "erste Welle" war geprägt von Softwaretüftlern und Ideen zwischen Visionen und Pragmatismus. Als Verkörperung des ersten Pols kann man Richard Stallman bezeichnen, der 1985 das "GNU Manifest" veröffentlichte, und dem es vor allem um die Freiheit von Entwicklern, Ideen und Technologien geht. Den zweiten Pol bildeten Leute wie Bill Joy, der an der Entwicklung der Berkeley Software Distribution (BSD), Vorläufer von FreeBSD usw. mitarbeitete, und vor allem die Zusammenarbeit unter Entwicklern einfach halten wollte. Eines der Hauptanliegen dieser Leute,
gemäss Phipps: "Du darst gerne meine Software benützen. Aber mach mich nicht verantwortlich dafür, wenn etwas schief läuft."
(...)
... ab Mitte der 90er-Jahre in der "zweiten Welle" auch IT-Grosskonzerne wie IBM - unter anderem auf der Suche nach einem "Gegenmittel" zu Microsoft - zu engagieren begannen.
(...)
Mittlerweile, so Phipps, prägt aber bereits die "dritte Welle" die Open Source-Welt. (...) Die heutige Bedeutung von Open Source-Software lockt gemäss Phipps in noch nie dagewesenem Masse neue Unternehmen in oder in die Nähe der Open-Source-Welt. Diese würden nicht unbedingt die Werte der früheren "Wellen" teilen sondern vor allem kommerziellen Überlegungen folgen. Es gebe heute beispielsweise Bemühungen, die Marketing-Power des Begriffs "Open Source" auszunützen, während er gleichzeitig fundamental und manchmal auf versteckte Weise zurechtgebogen werde. (...) Als Gegenbeispiel führt Phipps sein eigenes Unternehmen, Sun, an. Solaris habe man zum Beispiel mit Bedacht unter die am meisten verbreitete und in der traditionellen Open-Source-Bewegung verankerte Open-Source-Lizenz, die "GPL"-Lizenz gestellt, um jeden Verdacht auszuräumen, dass man nicht vorbehaltlos deren Regeln folgen wolle. Die Wahl einer Lizenz für eine Software, die man freigeben möchte, stelle auch die Wahl einer Community dar, der man sich anschliessen wolle.
Simon Phipps von Sun Microsystems, Inc. zur "dritten Welle" in der Open Source-Bewegung, in Die neue Komplexität der Open Source-Welt, 30.06.2008, http://www.inside-it.ch/frontend/in...
